Seit 1958 steht die KG Rot-Weiß Schmidthorst für gelebte Karnevalstradition, Gemeinschaft und die Freude am närrischen Brauchtum. Was einst mit einer kleinen Gruppe engagierter Mitglieder der Katholischen Jugend von Herz-Jesu begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil des Vereinslebens in Schmidthorst und Neumühl.
Unsere Chronik erzählt von den Anfängen des Vereins, von Prinzenpaaren und Präsidentinnen und Präsidenten, von neuen Gruppen und besonderen Erfolgen. Vor allem aber erzählt sie von den vielen Menschen, die unseren Verein über Jahrzehnte geprägt und begleitet haben.
Die Anfänge im Jahr 1958
Im November 1958 trafen sich einige Mitglieder der Katholischen Jugend von Herz-Jesu, um den Karneval gemeinsam vorzubereiten. Aus dieser zunächst losen Verbindung entstand eine feste Organisation.
Zu den Gründungsmitgliedern gehörten:
- Werner Frings
- Horst Hochrebe
- Wilhelm Ruffing
- Paul Bierwald
- Egon Rose
- Alfred Geißdorf
- Paul Kubus
- Willi Hamacher
- Otto Geisert
- Johannes Heimann
- Armin Bandorf
- Klaus Grüßen
- Alfred Bierwald
- Albert Lengert
- H.-Georg Grogull
- Adolf Pothmann
In der Session 1958/59 hatte die KG bereits einen Prinzen, einen Elferrat und einen Präsidenten. Prinz Horst I. und seine Mitstreiter besuchten die Feste der Pfarrgemeinde, verteilten Orden, riefen Helau und sorgten für die ersten karnevalistischen Auftritte der jungen Gesellschaft.
1959/60 – Die erste Prinzenwahl
In der folgenden Session nahm der Karneval in Schmidthorst weiter an Fahrt auf. Zwei Prinzenkandidaten standen zur Wahl und erstmals musste entschieden werden, wer das Zepter übernehmen sollte.
Präsident Egon Rose gründete dafür ein Festkomitee und einen Festausschuss. Deren Mitglieder bildeten das Wahlvolk. Zum ersten Mal wurde ein Prinz gewählt. Die Wahl gewann Wilhelm Ruffing.
Zur Seite standen ihm die Paginnen Margret Drecker und Brigitte Fuchs sowie Hofmarschall Willi Hamacher. Auch der Elferrat erhielt ein einheitlicheres Erscheinungsbild und trug nun Kappen in den Farben Rot und Weiß. Der Prinz trat erstmals in einem eigenen Prinzenkostüm auf.
17. Januar 1960 – Die erste Proklamation
Ein besonderer Meilenstein war die erste offizielle Proklamation am 17. Januar 1960. Sie fand im großen Kasinosaal der Schachtanlage Neumühl statt.
Ab diesem Zeitpunkt wurden außerdem sämtliche Karnevalsveranstaltungen der Pfarrgemeinde Herz-Jesu vom Festkomitee Rot-Weiß geplant und durchgeführt.
1962/63 – Das erste Prinzenpaar
In der Session 1962/63 gab es erneut eine wichtige Neuerung. Der Prinz sollte nicht länger alleine am Hofe stehen. Der Festausschuss entschied, dass eine Prinzessin an seine Seite gehört.
Damit wurden in Schmidthorst erstmals Prinzenpaare gebildet. Im Jahr 1962 wurde außerdem die Interessengemeinschaft „Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Schmidthorst“ ins Leben gerufen.
1963 – Der Senat wird gegründet
Ein Jahr später folgte die Gründung des Senats. Seitdem wurden zahlreiche Mitglieder für ihr besonderes Engagement und ihre Verbundenheit mit der KG zu Senatorinnen und Senatoren ernannt.
Senatorinnen und Senatoren
- Heinz Drecker
- Paul Eberts
- Hans Arnold
- Egon Rose
- Heinrich Kretschmer
- Ludger Linneweber
- Josef Römer
- Günter Bleck
- Werner Frings
- Helmut Hoppe
- Wolfgang Creß
- Helgard Bleck
- Ingrid Kretschmer
- Reiner Michels
1974 – Der Umzug ins Agnesheim
1974 musste die KG ihre bisherige Heimat verlassen und zog in das neu errichtete Agnesheim um. Das Gebäude sollte in den folgenden Jahrzehnten eng mit der Geschichte der KG und insbesondere mit dem Herrenballett verbunden sein.
Unsere Prinzen und Prinzenpaare
Seit den Anfängen der KG haben zahlreiche Prinzen und Prinzenpaare den Verein durch die Session geführt. Sie gehören zu den prägenden Persönlichkeiten unserer Vereinsgeschichte.
Prinzen und Prinzenpaare
- 1958/59 – Horst I. Hochrebe
- 1960/61 – Wilhelm II. Hamacher
- 1961/62 – Josef I. Römer
- 1962/63 – Josef I. Römer und Christa I. Schafstall
- 1963/64 – Heinrich I. Kretschmer und Monika I. Nüssen
- 1964/65 – Helmut I. Sawitzki und Ursula I. Hoffmeister
- 1965/66 – Horst II. Bara und Karin I. Masnica
- 1966/67 – Robert I. Pierberg und Margot I. Kopka
- 1967/68 – Klaus I. Stahlberger und Marianne I. Opgen-Rhein
- 1968/69 – Manfred I. Weiß und Inge I. Mark
- 1969/70 – Franz I. Mayer und Cecilie I. Opgen-Rhein
- 1970/71 – Heiner I. Gödecke und Gerda I. Bara
- 1971/72 – Dieter I. Feldkamp und Karin II. Feldkamp
- 1972/73 – Dieter II. Michael und Marlies I. Michael
- 1973/74 – Ludger I. Linneweber und Margot II. Linneweber
- 1974/75 – Günter I. Proksch und Hannelore I. Proksch
- 1975/76 – Alwis I. Watermeyer und Maria I. Watermeyer
- 1976/77 – Werner I. Felisiak und Monica II. Felisiak
- 1977/78 – Domenico I. Lucca und Elvira I. Lucca
- 1978/79 – Horst Schulte III.
- 1979/80 – Karl I. Schmenk und Maria II. Schmenk
- 1980/81 – Egon I. Klapal und Selma I. Klapal
- 1981/82 – Rudi I. Loska und Gisela I. Loska
- 1982/83 – Martin I. Schmenk und Hildegard I. Schmenk
- 1983/84 – Dieter III. Rachny und Gerda II. Rachny
- 1984/85 – Horst IV. Schulte und Ilse I. Klapal
- 1985/86 – Uwe I. Meise und Birgit I. Elbel
- 1986/87 – kein Prinzenpaar
- 1987/88 – Uwe II. Kluss und Klaudia I. Wörthmann
- 1988/89 – Arthur I. Wehnke und Beate I. Wehnke
- 1989/90 – Gregorio I. Gonzales und Elfriede I. Wehnke
- 1999/2000 – Schmidthorster Dreigestirn
Schmidthorster Dreigestirn 1999/2000:
- Prinz Mathias – Mathias Palapys
- Jungfrau Helmine – Helmut Verhoeven
- Bauer Wilfried – Wilfried Arntzen
Die Session 1961/62 entfiel aufgrund der Hamburger Flutkatastrophe.
Kinderprinzen
Auch der Nachwuchs spielte in der Geschichte der KG schon früh eine wichtige Rolle. Zahlreiche Kinderprinzenpaare haben über die Jahre den karnevalistischen Nachwuchs vertreten.
Kinderprinzen und Kinderprinzessinnen
- 1977/78 – Stefan Frings / Kerstin Wollitz
- 1978/79 – Markus Arndt / Nicole Feldkamp
- 1979/80 – Marko Feldkamp / Nicole Rowers
- 1980/81 – Michael Klapal / Susanne Makowiak
- 1981/82 – Jörg Rachny / Patricia Kopicki
- 1982/83 – Dirk Wilhelms / Andrea Tromm
- 1983/84 – Dirk Wilhelms / Stefanie Chromy
- 1984/85 – Christian Linneweber / Stefanie Schwarz
- 1985/86 – Christian Linneweber / Stefanie Schwarz
- 1986/87 – Jörn Jackowski / Sandra Rachny
- 1987/88 – kein Prinzenpaar
- 1988/89 – Bastian Hoppe / Jennifer Lucca
- 1989/90 – kein Prinzenpaar
- 1990/91 – kein Prinzenpaar
- 1991/92 – kein Prinzenpaar
- 1992/93 – kein Prinzenpaar
- 1993/94 – Heiko Schütz / Daniela Hülemeyer
- 1994/95 – Stefan Dobritsch / Bianca Wittges
Präsidenten und Präsidentinnen
Auch an der Spitze der KG haben über die Jahrzehnte verschiedene Persönlichkeiten Verantwortung übernommen und die Entwicklung des Vereins geprägt.
Präsidenten und Präsidentinnen seit 1958
- 1958/59 – 05/1974: Egon Rose
- 05/1974 – 05/1984: Ludger Linneweber
- 05/1984 – 11/1988: Günter Donkers
- 11/1988 – 05/1989: kein Präsident
- 05/1989 – 05/1992: Rüdiger Schröter
- 05/1992 – 05/2000: Arthur Wehnke
- 05/2000 – 05/2004: Hannelore Proksch
- 05/2004 – heute: Gabi Pletziger
1976 – Der Damenelferrat
Am 16. Mai 1976 wurde auf Initiative von Hannelore Proksch der Damenelferrat gegründet. In der Session 1976/77 entstand die Idee, einen eigenen Elferrat für Frauen ins Leben zu rufen.
Die Idee stieß zunächst nicht überall auf Begeisterung. Trotzdem fanden sich schnell Frauen, die bereit waren, das neue Projekt zu unterstützen.
Die ersten Mitglieder trafen sich bei Annelore Roy, um gemeinsam ihre Kleider zu nähen. Die farbenfrohe Ausstattung war dabei ebenso Teil des Neubeginns wie der Wunsch, das Vereinsleben aktiv mitzugestalten.
Ursprünglich war der Damenelferrat nur für die Möhnetage vorgesehen. Mit der Zeit entwickelte er sich jedoch zu einem festen und unverzichtbaren Bestandteil der KG. Heute ist der Damenelferrat aus dem Vereinsgeschehen nicht mehr wegzudenken.
Die Mitglieder des ersten Damenelferrats
- Helgard Bleck
- Dunja Linneweber
- Mia Watermeyer
- Ingrid Kretschmer
- Gerdi Wollitz
- Hedwig Loska
- Annelore Roy
- Bärbel Kaldenhof
- Maria Schmenk
- Carmen Daum
- Erika Matyssek
- Christel Steinebach
Der Damenelferrat heute
- Elsbeth Kühn
- Ilse Mroß (Klapal)
- Marie-Luise Plumpowski (Kittner)
- Gabi Pletziger (Kluss)
- Monika Weber
- Georgia Müller (Ayannitopoulos)
- Claudia Hendrix-Niemyt
- Gaby Stein
- Nicole Schneider
- Tanja Dance
- Patricia Vogt
- Marie Borgmeier
Der Herrenelferrat
Auch der Herrenelferrat gehört seit den Anfangsjahren zum karnevalistischen Leben der KG. Über die Jahrzehnte hat sich seine Zusammensetzung immer wieder verändert.
Der Herrenelferrat heute
- Uwe Meise
- Udo Berg
- Dieter Hülemeier
- Reinhard Niemyt
- Rüdiger Schröter
- Jürgen Weber
- Kai Schmitz
- Sascha Schultz
1980/81 – Die Geburtsstunde der DomDancer
Als Geburtsstunde des heutigen Herrenballetts gilt die Session 1980/81. Zwar hatte es bereits in den Jahren zuvor Auftritte eines Herrenballetts gegeben, ab diesem Zeitpunkt trat die Gruppe jedoch regelmäßig auf. Ausnahmen bildeten lediglich die Sessionen 1990/91 und 1993/94.
Die Idee entstand aus dem Wunsch einiger Männer, einmal etwas Neues auszuprobieren und sich gemeinsam auf der Bühne zu präsentieren. Was zunächst als humorvolle Idee begann, entwickelte sich zu einer festen Größe im Programm der KG.
Im Laufe der Jahre standen insgesamt 33 Männer und zwei Frauen mit dem Herrenballett auf der Bühne. Zu den langjährigen Mitgliedern gehören unter anderem Uwe Meise und Rüdiger Schröter.
Viele verschiedene Programme und Kostüme prägten die Geschichte des Herrenballetts. Dazu gehörten unter anderem „The Cleanies“, „Tschaikowskys Elfen“, „Les Belle Parisiennes“, „Le Cabaret“ und „The Alibaba Girls“.
Alle Tänzer des Herrenballetts
- Uwe Meise
- Dieter Rachny
- Rüdiger Schröter
- Uwe Werner
- Helmut Verhoeven
- Arthur Wehnke
- Willi Wittges
- Peter Meise
- Martin Schmenk
- Dieter Hülemeier
- Karl-Heinz Meise
- Thomas Stadlik
- Walter Weidner
- Stefan Meise
- Günter Donkers
- Wilfried Arntzen
- Kai Schmitz
- Reinhard Niemyt
- Udo Berg
- Nicolas Berg
- Frederik Berg
- Manfred Weiß
- Wolfgang Völkel
- Helmut Hoppe
- Jürgen Klapal
- Wilfried Waschkewitz
- Günter Proksch
- Benedikt Volk
- Günter Bleck
- Norbert Daum
- Bernd Dufke
- Jörg Rachny
- Wilfried Franke
1986 – Ein besonderer Erfolg
Ein Höhepunkt in der Geschichte des Herrenballetts war die Teilnahme an den Duisburger Stadtmeisterschaften. Nachdem die Gruppe 1985 mit „Les Belle Parisiennes“ den vierten Platz im Showtanz der Senioren erreicht hatte, gelang 1986 der große Erfolg.
Mit Tschaikowskys „Schwanensee“ ertanzte sich das Herrenballett im November 1986 überraschend den ersten Platz im Showtanz der Senioren.
Helmut Hoppe war über viele Jahre Leiter und Ideengeber des Herrenballetts. Für die Gestaltung und Fertigung zahlreicher Kostüme war Elsbeth Kühn verantwortlich, unterstützt von Hedwig Loska und Marie-Luise Plumpowski. Alwis Watermeyer und Helmut Römer halfen bei der Gestaltung der Bühnendekoration.
Das Training übernahmen unter anderem Bettina Schwidrowsky und Karin Winterfeld. Heute wird das Herrenballett von Rüdiger Schröter trainiert.
The DomDancer
Seit einigen Jahren tritt das Herrenballett unter seinem festen Namen The DomDancer auf. Der Name nimmt Bezug auf die langjährige Heimat der KG im Agnesheim, das direkt neben dem Schmidthorster Dom liegt.
Mit der neuen Bezeichnung wurde aus den wechselnden Namen der einzelnen Programme ein fester Name für eine Gruppe, die seit Jahrzehnten zum karnevalistischen Programm der KG gehört.
1991 – Das Neumühler Stielmustheater
Im Frühjahr 1991 teilte Günter Bleck dem Vorstand der Karnevalsgesellschaft mit, dass er ein kleines Theaterstück über einen Neumühler Kumpel namens Jupp Kowalski und dessen Familie geschrieben hatte.
Das Stück „Neumühl 1958“ wurde beim Oktoberfest der KG im Jahr 1991 erstmals aufgeführt. Danach geriet es zunächst in Vergessenheit.
Sieben Jahre später erinnerte sich Günter Bleck wieder an seine Geschichte und beschloss, sie weiterzuentwickeln. Helmut Hoppe übernahm die künstlerische Leitung und Regie. Damit war die Theatergruppe der KG Rot-Weiß Schmidthorst geboren.
Vom Theaterstück zur festen Institution
Für die Aufführungen wurde mit dem Bürgerhaus Neumühl eine geeignete Bühne gefunden. 2002 folgte mit „Gewitter über dem Monte Schlacko“ das nächste Stück.
Nach dem großen Erfolg entstand der Wunsch, die Theatergruppe dauerhaft als kulturellen Bestandteil des Stadtteils Neumühl zu etablieren. Dafür erhielt sie einen eigenen Namen und eine eigenständige organisatorische Struktur.
Namensgeber wurde der nahegelegene Stielmuspark. Seitdem ist das Neumühler Stielmustheater eng mit dem kulturellen Leben des Stadtteils verbunden.
Weitere erfolgreiche Aufführungen folgten, darunter „Hängen im Schacht“ im Jahr 2004 und „Für fünf Pfennig Knöterich“ im Jahr 2007.
2006 – Die Kindertanzgarde
Im Jahr 2006 wurde von Brigitte Hülemeier sowie den Ehrensenatoren Günter Bleck und Ludger Linneweber eine neue Kindertanzgarde ins Leben gerufen.
Damit wurde ein weiterer wichtiger Grundstein für die Nachwuchsarbeit der KG gelegt. Kinder und Jugendliche erhalten seitdem die Möglichkeit, frühzeitig Teil des Vereinslebens zu werden und ihre Freude am Tanz und am Karneval zu entdecken.
2006/2007 – Wechsel ins Bürgerhaus Neumühl
In der Session 2006/2007 erfolgte der Wechsel vom Agnesheim in das Bürgerhaus Neumühl. Damit begann für die KG ein neuer Abschnitt ihrer Vereinsgeschichte.
Das Bürgerhaus bietet seitdem den passenden Rahmen für zahlreiche Veranstaltungen und ist zu einem wichtigen Treffpunkt des Vereins geworden.
Unsere Ehrenmitglieder
Menschen, die sich über viele Jahre in besonderer Weise für die KG eingesetzt haben, bleiben mit ihrem Engagement Teil unserer Vereinsgeschichte. Eine Auflistung aller Ehrenmitglieder finden sie in der Übersicht.
Eine Geschichte, die weitergeht
Mehr als sechs Jahrzehnte Vereinsgeschichte zeigen, wie sehr sich eine Karnevalsgesellschaft verändern und dennoch ihren Charakter bewahren kann. Neue Generationen kommen hinzu, Gruppen entwickeln sich weiter und Traditionen werden fortgeführt.
Geblieben sind die Freude am Karneval, die Verbundenheit mit Schmidthorst und Neumühl und vor allem die Menschen, die unseren Verein mit Leben füllen.
Seit 1958 gemeinsam für den Karneval – und mit Blick auf die Zukunft.